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Ibrutinib (Imbruvica®)

Spezifizierung Arzneimittel-Wechselwirkungen
Stand September 2019
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1Wechselwirkungen

1.1Beeinflussung der Wirkung von Ibrutinib durch andere Arzneistoffe

Ibrutinib wird hauptsächlich hepatisch über CYP3A4 metabolisiert und vorwiegend als Metabolit über die Faeces ausgeschieden. Die Kombination mit starken CYP3A4-Induktoren bewirkt eine starke Plasmaspiegelsenkung (Rifampicin senkt die Plasmaspiegel von Ibrutinib auf ein Zehntel), während eine langfristige Kombination mit CYP3A4-Inhibitoren zu einer starken Plasmaspiegelerhöhung führt (z.B. mit Ketoconazol um das 24-Fache).

1.2Arzneistoffe, welche die Nebenwirkungen von Ibrutinib verstärken

Eine Kombination von Ibrutinib mit Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien (z.B. Vitamin-K-Antagonisten) verstärkt das Risiko von Blutungen. Daneben ist auf ein erhöhtes Nebenwirkungspotenzial bei der Kombination mit myelotoxischen, immunsuppressiven oder nephrotoxischen Arzneistoffen (u. a. monoklonale Antikörper, Virostatika) zu achten. In Kombination mit TNF-Blockern und selektiven Immunsuppressiva steigt das Risiko für Infektionen.

1.3Beeinflussung der Wirkung anderer Arzneistoffe durch Ibrutinib

Ibrutinib kann möglicherweise selbst als P-Glycoprotein-Inhibitor die Wirkungen von Arzneistoffen, die über diesen Transporter transportiert werden, wie z.B. Immunsuppressiva, beeinflussen.

1.4Einfluss der Nahrungsaufnahme auf die Bioverfügbarkeit von Ibrutinib

Die Einnahme von Ibrutinib gleichzeitig zu einer Mahlzeit erhöht die Bioverfügbarkeit des Arzneistoffs um 40%.

1.5Einfluss von Magen-pH-modulierenden Arzneistoffen auf die Bioverfügbarkeit von Ibrutinib

Über eine mögliche Beeinflussung der Bioverfügbarkeit von Ibrutinib durch Magen-pH-modulierende Arzneistoffe liegen keine klinisch relevanten Untersuchungsergebnisse vor.

2Maßnahmen

Die langzeitige Kombination mit CYP3A4-Inhibitoren und der Genuss von Grapefruits, Grapefruitsaft, und Bitterorangen sollte vermieden werden, da sich die Wirkungen und Nebenwirkungen von Ibrutinib bei der Kombination erhöhen. Ist auf eine Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A4-Inhibitoren nicht zu verzichten, sollte eine Dosisreduktion von Ibrutinib vorgenommen werden. Auch sollten Nahrungsergänzungsmittel mit hohem Vitamin E-Gehalt wie Fischöl und Vitamin-E-Präparate vermieden werden. Die gleichzeitige Behandlung mit Präparaten, die Johanniskraut enthalten, ist kontraindiziert.

3Anschriften der Experten

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Ritter
Universität Greifswald
Institut für Pharmazie, Klinische Pharmazie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17
17487 Greifswald

4Erklärungen zu möglichen Interessenkonflikten

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