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Sunitinib

Dokument Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Stand Oktober 2019
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1Wechselwirkungen

1.1Beeinflussung der Wirkung von Sunitinib durch andere Arzneistoffe

Sunitinib wird nach oraler Resorption metabolisiert und der Hauptmetabolit (74–87 % einer ausgeschiedenen Dosis) ist ebenfalls zytostatisch wirksam. In der Leber wird Sunitinib hauptsächlich durch das CYP3A4-Enzym zu seinem primären aktiven Metaboliten SU12662 metabolisiert, der durch CYP3A4 in mehrere inaktive Verbindungen umgewandelt wird. Die Verabreichung von potenten CYP3A4-Hemmern kann die Konzentrationen und Wirkung von Sunitinib erhöhen. Die gleichzeitige Behandlung mit Elbasvir/Grazoprevir kann die Wirkungen von Sunitinib ebenfalls verstärken.

Die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren kann die Konzentrationen und Wirksamkeit von Sunitinib verringern. Die gleichzeitige Einnahme von Epigallocatechin-3-Gallat, einem Hauptbestandteil von grünem Tee, kann die Bioverfügbarkeit von Sunitinib verringern.

1.2Arzneistoffe, welche die Nebenwirkungen von Sunitinib verstärken

Bei gleichzeitiger Behandlung mit QT-Zeit verlängernden Arzneistoffen können sich die kardiotoxischen Effekte der Arzneistoffe additiv verstärken und die Inzidenz von Herzrhythmusstörungen vom Typ Torsade de pointes kann zunehmen.

1.3Beeinflussung der Wirkung anderer Arzneistoffe durch Sunitinib

Die Behandlung mit Sunitinib kann die Wirksamkeit von Levothyroxin beeinträchtigen.

1.4Einfluss der Nahrungsaufnahme auf die Bioverfügbarkeit von Sunitinib

Nahrung har keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Sunitinib.

1.5Einfluss von Magen-pH-modulierenden Arzneistoffen auf die Bioverfügbarkeit von Sunitinib

Über eine mögliche Beeinflussung der Bioverfügbarkeit von Sunitinib durch Magen-pH-modulierende Arzneistoffe liegen keine klinisch relevanten Untersuchungsergebnisse vor.

2Maßnahmen

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneistoffen, welche die QT-Zeit verlängern können, ist eine engmaschige elektrokardiographische Kontrolle angezeigt. Bei Patienten, die Schilddrüsenhormone und Sunitinib benötigen, sollen die TSH-Werte engmaschig überwacht werden. Die Kombination mit potenten CYP3A4-Induktoren respektive CYP3A4-Hemmern sollte vermieden werden. Patienten unter Antikoagulanzien (z.B. Phenprocoumon, Acenocoumarol, DOAKs) sollten regelmäßig durch ein großes Blutbild (Thrombozyten) hinsichtlich Gerinnungsfaktoren (PTT/INR) kontrolliert werden.

3Anschriften der Experten

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Ritter
Universität Greifswald
Institut für Pharmazie, Klinische Pharmazie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17
17487 Greifswald
Dr. Markus Horneber
Universitätskliniken für Innere Medizin,
Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie &
Schwerpunkt Pneumologie,
Klinikum Nürnberg, Paracelsus Med. Privatuniversität
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90491 Nürnberg
PD Dr. Claudia Langebrake
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik u. Poliklinik f. Stammzelltranspl.
Klinik-Apotheke
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Mathias Nietzke
St.-Johannes-Hospital Dortmund
Zentralapotheke - Abteilung Zytostatika
Johannesstr. 9-17
44137 Dortmund
Laura Pufahl
Apothekerin
Rheintalstr. 22a
79618 Adelhausen
Janine Ziemann
Institut für Pharmazie
E-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
F.-Ludwig-Jahn-Str. 17
17489 Greifswald

4Erklärungen zu möglichen Interessenkonflikten

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